Sony Inzone H9 II - Neues kabelloses Headset mit Geräuschunterdrückung
Das Sony H9 II ist ein Wireless Gaming Headset mit Geräuschunterdrückung und eins der Flaggschiffe aus der INZONE-Produktreihe von Sony, die speziell Gaming-Zubehör enthält.
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von
David Lörch
- zuletzt bearbeitet am 03.09.2026
Unsere Bewertung:
★★★★★
Der Klang kann in Werkseinstellung schon mit seiner Ausgewogenheit überzeugen; mit den vielseitigen EQ-Presets sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein.
★★★★☆
Der Kopfhörer bietet vielfältige Verbindungsmöglichkeiten. Nur Playstation Spieler müssen Abstriche bei der Integration machen.
★★★★★
Es werden durchgängig hochwertige Materialien verwendet, die einen langlebigen Eindruck machen. Manche der Regler könnten noch feiner einstellbar sein. Die mitgelieferte Aufbewahrungstasche könnte hochwertiger sein.
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Sony Inzone H9 II: Erster Eindruck und Lieferumfang
Das H9 II ist ein Headset mit Geräuschunterdrückung (noise cancelling) aus der INZONE-Produktreihe von Sony, die speziell Gaming-Zubehör enthält. Die INZONE-Produkte wurden in Zusammenarbeit mit den professionellen Shooter-Spielern (z.B. Valorant, Apex Legends) des Fnatic – Clans entwickelt und eignen sich deswegen besonders für FPS-Spiele.
Allerdings wurden einige Features eingebaut, die das Headset auch für andere Anwender interessant machen. Es hat einen hochwertigen Treiber, der auch in Sonys Flaggschiff-Kopfhörern WH-1000xm6 verbaut ist. Dank Bluetooth und kompatibler App lässt es sich problemlos mit dem Handy nutzen. Zusätzlich ist ein kabelloser Funk-Betrieb mit einem USB-C-Dongle möglich und damit lässt es sich auch an Konsolen mit passendem Port benutzen, zum Beispiel an der PS5.
Alle Sony Kopfhörer sind für ihre effektive Rauschunterdrückung bekannt. Das H9 II macht hier keine Ausnahme und erweitert die Funktion sogar auf das abnehmbare Mikrofon.
Das Kopfband, dass beim Vorgänger noch aufgrund seiner fehlenden Langlebigkeit für viel Kritik sorgte, wurde deutlich verbessert und auch das Material der abnehmbaren Ohrpolster wurde von Kunstleder auf einen Mesh-Stoff gewechselt, der für bessere Belüftung an den Ohren sorgt. Das Headset ist mit etwa 260 Gramm (ohne Mikrofon) wirklich leicht und der Tragekomfort dadurch super. Auch mit Brille verspürt man keinen Druck der ohrumschließenden Muscheln. So sind auch lange Gaming-Sessions ohne Ermüdungserscheinungen möglich. Das Außenmaterial ist aus mattem Kunststoff, der neu zwar schick aussieht, aber auf dem man besonders leicht Fingerabdrücke oder andere Spuren sieht. Insgesamt ist das Design in seiner Schlichtheit sehr gelungen, wie man es von Sony kennt.
Kabel + wireless
hervorragender Klang
3.5mm, USB-C, USB-A und Bluetooth
kompatibel
kompatibel
kompatibel
kompatibel
kompatibel
Unterschiede zum ersten H9
Das geringe Gewicht geht mit einer etwas kürzeren Akkulaufzeit als beim Vorgänger einher. Ohne ANC (Active Noise Cancelling) kommt man laut Hersteller auf 30 Stunden, beim Vorgänger waren es noch 32 Stunden. Voll geladen ist das Headset in circa 3.5 Stunden, eine Schnellladefunktion erlaubt 1 Stunde Betriebszeit nach 5 Minuten laden. Der USB-C Anschluss am linken Hörer ist ein reiner Ladeanschluss, sodass man auch beim Laden alle Funktionen weiter nutzen kann.
Im Gegensatz zum ersten H9 gibt es auch einen 4-poligen Klinkenanschluss, der sich für Controller oder Handheld-Konsolen eignet und bei leerem Akku sogar einen weiteren Betrieb als reiner Kopfhörer ohne aktive Komponenten ermöglicht.
Das Mikrofon ist jetzt abnehmbar und hat eine eigene Stummschalt-Taste am linken Hörer und sogar eine Status-LED vorne am Mikrofon. Außerdem wurde der Frequenzbereich von 50 Hz – 7 kHz auf 50 Hz – 14 kHz erweitert, sodass die Stimme nun deutlich klarer und feiner aufgelöst klingt. Ein weiteres Mikrofon ist auf der Rückseite des Bügelarms angebracht, mit dem die Geräusche für die Rauschunterdrückung gegenphasig aufgenommen werden. Das Mikrofon hat außerdem eine Nierencharakteristik, die zusätzlich Schall von der Seite und von Hinten minimiert.
Die Reduzierung der Umgebungsgeräusche des Mikrofons ist angeblich „KI-optimiert“. Weil anscheinend jedes Produkt heutzutage irgendeine Form von KI enthalten muss und das nicht näher erlautert wird, ignorieren wir das großzügigerweise ohne näher auf die Sinnhaftigkeit einzugehen.
Der Bluetooth-Übertragung wurde ebenfalls verbessert und mit Bluetooth 5.3 statt 5.0 wird ein neuer Standard mit LE Audio (low energy, weniger Stromverbrauch) benutzt. Außerdem lassen sich in Verbindung mit einem Smartphone einige Einstellungen über die Sound Connect App machen. Unter anderem kann man mit einem Equalizer den Klang der Kopfhörer anpassen und diese Einstellung sogar unabhängig von einer Bluetooth-Verbindung auf dem Kopfhörer speichern. Das ist besonders für die Nutzung an einer Konsole praktisch, an der man sonst keine Einstellungen machen kann.
Damit kommen wir zu einem großen Manko, das viele Nutzer bereits in Kommentaren unter anderem direkt auf der Sony-Homepage angemerkt haben: Die Integration in das Playstation Betriebssystem, die beim Vorgänger noch sehr gut funktioniert hat, wurde hier komplett gestrichen. Mit dem ersten H9 konnte die Lautstärke, Stummschaltung und Lautstärkebalance noch direkt an der Playstation mit entsprechender visueller Indikation gesteuert werden. Jetzt funktioniert das nicht mehr und man kann all das nur noch am Headset selbst einstellen. Das ist natürlich ärgerlich, wenn man diese Funktionen gewöhnt war und das Headset als direkten Nachfolger gekauft hat. Hoffentlich wird da noch nachgearbeitet.
Hervorragendes Noise-Cancelling
Über eine Taste an der linken Seite, die mit „NC/AMB“ (Noise-Cancelling/Ambient) beschriftet ist, lassen sich die verschiedenen Modi des Headsets durchschalten mit passendem Benachrichtigungston. Der erste Modus ist dabei der Modus zur Rauschunterdrückung. Die Kopfhörer dichten so schon relativ gut ab und dieser Modus erhöht das Gefühl der Immersion in den Sound nochmal deutlich. Stimmen oder Rufe bleiben aber weiterhin hörbar, sodass man nicht komplett unerreichbar ist. Sony schreibt dazu:
„Die Funktion zur Rauschunterdrückung funktioniert primär im niederfrequenten Bereich, wie z.B. bei den Geräuschen eines Fahrzeugs oder einer Klimaanlage. Das Rauschen wird zwar reduziert, es wird aber nicht vollständig aufgehoben.“
Im Test verschwindet das Geräusch eines direkt auf dem Schreibtisch stehenden Ventilators quasi komplett. Auch sonstige nervige Lüfter (Grafikkarte etc.) oder andere mechanische Geräusche können einen damit nicht mehr beim Gaming stören.
Der zweite Modus ist der „Ambient Sound“-Mode mit dem man mehr seiner Umgebung wahrnimmt. Dafür werden die außen an den Ohrmuscheln angebrachten Mikrofone, die sonst gegenphasig für die Rauschunterdrückung benutzt werden, hörbar auf die Kopfhörer gelegt. Das rauscht ein bisschen, aber man hört jetzt überdeutlich, wenn jemand im Raum spricht oder es an der Tür klingelt.
Im dritten Modus sind die Mikrofone ausgeschaltet. Man bekommt also den selben Klang, wie wenn man die Kopfhörer passiv mit Kabel benutzt. Für leise Umgebungen ist das völlig ausreichend und praktisch, wenn man die Akkulaufzeit verlängern oder seinen Ohren eine kleine Pause vom leichten Druckgefühl das Noise-Cancellings gönnen will.
Beim Mikrofon funktioniert die Rauschunterdrückung genauso gut. Besagter Ventilator ist nicht hörbar, auch wenn er direkt von hinten in das Mikrofon bläst. Der Klang der Stimme wird dabei nicht beeinflusst.
Referenzsound aus dem Sony WH-1000xm6
Das Headset hat wie der Kopfhörer einen 30mm Treiber und eine Membran aus Kohlefaserverbundstoff. Beim ersten Höreindruck gefällt das Headset schon auffallend gut. Der Klang ist ausgewogen, der Bass druckvoll, aber nicht übertrieben und das Stereobild breit und klar aufgelöst. Die oberen Mitten und Höhen sind zurückhaltend und der Gesamtsound dadurch angenehm warm für ein Headset. In Reviews und Kommentaren wird der Klang häufiger negativ bewertet und wenn man eine typische Bass- und Höhenanhebung gewöhnt ist, kann der H9 II etwas unspektakulär klingen. Wer sich etwas eingehört hat, weiß die Neutralität schnell zu schätzen.
Bei der Nutzung am PC entfaltet sich das volle Potenzial: Hier hat man zwei Kanäle zur Verfügung, einen für Chat und einen für Game. Unterstützt es das Spiel, kann das Headset Sound in 7.1-Kanal virtuellem Surround wiedergeben. Dafür muss noch im Betriebssystem ein Encoder aktiviert werden, bei Windows ist das standardmäßig „Windows Sonic für Kopfhörer“. Die Ergebnisse sind je nach Spiel ungewohnt bis unbrauchbar, die Ortung wird nicht unbedingt verbessert.
In Verbindung mit der zum Headset gehörenden Software, dem Inzone Hub, lässt sich diese Funktion noch erweitern. Man kann ein Foto seines Ohrs hochladen aus dem ein HRTF-Profil (head-related transfer function) erstellt wird, auf dessen Grundlage dann der „Spatial Sound“ angepasst wird. Im Hub kann man auch speziell auf FPS ausgelegte EQ-Profile aktivieren, die zum Beispiel Schrittgeräusche besonders hervorheben.
Fazit: Ist das Sony Gaming Headset Inzone H9 II seinen Preis wert?
Das Sony Inzone H9 II ist ein hervorragendes kabelloses Gaming-Headset, das sich im oberen Preissegment ansiedelt, aber mit vielen durchdachten Features auch seinen Preis wert ist. Die Entwicklung in Zusammenarbeit mit Shooter-Spielern merkt man dem H9 II an und hier kann es besonders glänzen. Playstation Spieler profitieren weniger, hier kann man vielleicht eher zum älteren Modell oder einer günstigeren Alternative greifen.
Die einzigen negativen Punkte sind kleinere Details, die im normalen Gebrauch nicht stark ins Gewicht fallen: der Dongle hat nur einen USB-C Stecker und ein Adapter liegt nicht bei, man sollte also vorsorgen, wenn man noch keinen Anschluss am PC hat. Der Lautstärke-Regler ist ein Endlosregler ohne mechanischen Endpunkt, was manchmal stören kann, gleiches gilt für die Chat/Game-Balance Tasten. Die Einstellung des Kopfbands ist gerastert, aber etwas ungewohnt, da man auf beiden Seiten auf die Verriegelung drücken muss.
Insgesamt ist das neue Inzone H9 II ein gelungenes Produkt, dass viel Spaß in der Anwendung macht.
Wer sich für Alternativen interessiert, sollte sich mal unseren Gaming Headset Vergleich anschauen. Oder du schaust mal bei unserem Gaming Mikrofon Vergleich vorbei
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